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“Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht haette”

J.W. Goethe 1787 über den Vesuvausbruch von 79. n.Chr.

Nitsch in Neapel PDF Drucken
Geschrieben von: Administrator   

Der einstige Bürgerschreck Hermann Nitsch hat neben seinem regional finanzierten Museum im niederösterreichischen Mistelbach eine weitere, diesmal private Gedenkstätte in Neapel erhalten.

Zur Eröffnung des Museums reisten Hunderte von Nitsch-Verehrern aus aller Welt an. Vor allem natürlich Österreicher. Am Abend vor der Eröffnung fand ein großes Essen auf der zentralen Piazza Dante statt. Am nächsten Tag fand ganz in der Nähe, im Stadtviertel Avvocata, die Eröffnung des "Museo Archivio Laboratorio per le Arti Contemporanee Hermann Nitsch Napoli" in einem umgebauten, ehemaligen Elektrizitätswerk statt. Der neapolitanische Galerist Peppe Morra krönte damit seine 35-jährige Freundschaft mit Nitsch. 1974 hatte er mit ihm eine erste Aktion in Neapel durchgeführt, die von der Polizei unterbrochen wurde. Nitsch musste damals innerhalb von 24 Stunden das Land verlassen.

Heute löst er keinen Skandal mehr aus. Auf 1800 Quadratmeter Ausstellungsfläche und auf zwei Ebenen verteilt, sind Relikte einstiger Aktionen ausgebreitet: befleckte Tücher, chirurgische Instrumente und Messgewänder. Doch trotz all der bekannten Requisiten, der Beschallung durch die vom Meister selbst komponierten Musik, den Fotos, Videoaufnahmen und einem Geschmacks-, Geruchs-und Farblabor, hat der Besucher Mühe mit dem Nacherleben der blutigen Orgien.

"Dieses Museum soll ja auch mehr als nur ein Archiv vergangener Rauschzustände sein", sagt Peppe Morra. "Ich plane einen Ort der Forschung und der Lehre." Ein Rahmenprogramm liegt bereits vor und Nitsch soll alljährlich einen Monat lang eine Art "Sommerakademie" leiten.

weitere Infos auf deutsch und italienisch unter www.museonitsch.org

Quelle: art-magazin.de

 
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