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Eine Wasserfahrt bis Pozzuoli, leichte Landfahrten, heitere Spaziergänge durch die wundersamste Gegend von der Welt. Unterm reinsten Himmel der unsicherste Boden....

Johann Wolfgang Goethe, 1787

Home Die Insel Procida
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Geschrieben von: Florian Lenk   

ProcidaProcida ist meine neue Heimat, die Insel auf der ich schon seit 2002 lebe und mit meinem Studium in Neapel verbinde. Diese Kombination, das ziemlich ruhige Inselleben mit dem chaaotischem, teatralischem aber lebendigem Neapel zu verbinden, hat sich zu einer Situation entwickelt, auf die ich nicht mehr verzichten möchte. Eigentlich wurde schon alles gesagt, geschrieben oder auch gesungen über Capri, Ischia und Procida. Doch trotz des glamourösen Images, das insbesondere Capri und seinen illustren Gästen anhaftet, haben die drei grünen Felsen zwischen Himmel und Meer nichts an ihrer verführerischen Schönheit eingebüßt. Procida, die kleinste der 3 Inseln ist zugleich die unberührteste. Sie ist weniger berühmt als ihre großen Schwestern und scheint darin keinen Nachteil zu sehen. Procida ist bis heute trotz ihrer Schönheit vom Massentourismus verschont geblieben, was nicht zuletzt dem hoch über der Insel thronenden Ex-Gefängnis in dem von den Aragonen im 16.Jh. errichtetem einstigen Schloss von Giovanni da Procida zuzuschreiben ist. Bis zu diesem Zeitpunkt war das mittelalterliche Dorf (7. Jh.) der einzige bewohnte Bereich der Insel. Aus diesem Grund findet man auf Procida nur einige kleinere Hotels und Privatquartiere.

Procida liegt zwischen Kap Miseno und der Insel Ischia. Es ist weniger als 4 km² groß und die Küstenlinie ist etwa 16 km lang. Aus geologischer Sicht ist die Insel durch Eruptionen aus vier Vulkanen entstanden, deren Krater die malerischen Golfe der insel gebildet haben.

Die Insel ist nur per Schiff von Neapel oder Pozzuoli oder Ischia aus erreichbar. Autofähren ("Traghetti") verkehren von allen drei genannten Orten, die schnelleren, aber teureren Tragflächenboote („Aliscafi“) von Neapel und Ischia, mit einer Ausnahme am frühen Morgen(8.50 Uhr) auch ab Pozzuoli.

Bei der Ankunft am Hafen Marina Grande haben Sie direkt einen Blick auf die spontane Inselarchitektur der bunten pastellfarbene Fischerhäuschen, deren Fassaden sich im Hafenwasser spiegeln. Von dort aus können Sie in wenigen Minuten zu Fuss die Kirche S. Maria delle Grazie erreichen, um die Aussicht auf den pittoresken Fischerhafen Corricella zu genießen. Auch die Corricella,den man aus den Filmen Il Postino (Der Postmann, mit Philippe Noiret) und Der talentierte Mr.Ripley (Ein Remake von Nur die Sonne war Zeuge mit Matt Dammon und Jude Law) kennt, genießt seine Berühmtheit in aller Bescheidenheit. Er war einst ein Vulkankrater, um den sich ein von den Altgriechen gegründeter charakteristischer Fischerhafen(damals hiess er Caracalè) mit Dörfchen gebildet hat. Große Hotels und Betonkonstrunktionen gibt es hier nicht. Die Häuser der Fischer zeigen hier ihre charmanten Kuppeln oder Terrassen und sind ocker, weiß, gelb oder rosa bestrichen. Dieser wird auch von der Unesco als Weltkulturerbe und als einer der schönsten Häfen Europas bezeichnet.

In der Nähe liegt die Abtei San Michele Arcangelo, dem höchsten Punkt der Insel, auf der Terra Murata(91m), die nicht zuletzt wegen ihrer Biblioteca abbazia einen Besichtigung lohnt. Im einem weiter unten liegenden Adelspalast kann man auch das Istituto Nautico Francesco Caracciolo, die älteste Seefahrtsschule Italiens, besichtigen.

An der Südwestküste Procidas liegen schöne Strände, der faszinierende Yachthafen Chiaiolella und das mit Procida über eine Brücke verbundene Insel mit der Form eines Halbkraters Vivara. Es ist bereits seit 1974 ein Naturschutzgebiet, in dem seltene Vögel und Pflanzen beheimatet sind. Bekannt ist die Insel auch besonders für ihre Karfreitagsprozession, deren Ursprünge bis in das Jahr 1627 reichen und der spanisch-andalusischen Tradition der misteri ähnelt.Entspannen, die Landschaft genießen und ab und zu einen Ausflug starten- dafür bietet Procida geradezu paradiesische Bedingungen. Die Insel ist dem Festland näher als Ischia und Capri und besonders beliebt sind die Frühlings- und Herbstmonate. In diesen Monaten sind die 4 Strände auch ziemlich leer, da die Italiener meistens nur in den wenigen Sommermonaten(mit riesiger Besatzung und Ausrüstung natürlich...) an den Strand gehen...

 
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