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Vor acht Uhr des Morgens bemerkte ich, dass der Berg, ohne einiges Geräusche, eine Mündung, ungefähr dreihundert Fuss niedriger als der alte Krater ist, auf der Seite gegen den Monte di Somma hin eröffnet hatte; und an einem weissen Rauch, der allezeit die Lava begleitet, merkte ich deutlich, dass sie wirklich herausgedrungen war. Sobald sie Luft hatte, stieg der Rauch nicht mehr mit einer so grossen Heftigkeit vom Gipfel empor. Weil die Lava nunmehro Luft hatte, so bildete ich mir ein, dass es nicht gefährlich sein würde, sich dem Berg zu nähern, und ich ging also augenblicklich, von einem einzigen Bauern begleitet, hinauf. Ich ging bei der Einsiedelei vorbei und kam in dem Tale, welches zwischen dem Monte di Somma und dem Vesuv mitten inne liegt und Atrio di Cavallo genannt wird, an. Hier machte ich meine Beobachtungen über die Lava, welche bereits das Tal erreicht hatte. Plötzlich, ohngefähr um Mittag, liess sich ein heftiges Getöse innerhalb des Berges hören und ohngefähr eine Viertelmeile von dem Platz ab, wo ich stund, berstete der Berg. Aus dieser neuen ffnung schoss ein Springbrunnen flüssigen Feuers mit grossen Geprassel viele Fuss hoch empor und wälzte sich alsdenn wie ein reissender Strom gerade gegen uns zu. In einem Augenblicke verursachten Wolken von schwarzem Rauch und Aschen eine fast gänzliche Finsternis. Das Krachen auf dem Gipfel des Berges war viel lauter, als irgend ein Donner, den ich jemals gehört habe, und der Schwefeldampf war sehr stinkend. Mein erschreckter Wegweiser nahm die Flucht, und ich muss gestehen, dass mir ebenso wenig als ihm zu Gute war. Ich folgte ihm also auf dem Fusse nach, und wir rannten drei Meilen weit ohne anzuhalten; die Erde fuhr noch immer fort, unter den Füssen zu beben, und ich befürchtete daher, dass sich irgend ein neuer Schlund öffnen möchte, der uns die Flucht hätte abschneiden können. Ich besorgte auch, dass durch die heftigen Erschütterungen sich einige von den Felsen des Monte di Somma, unter welchen wir hart vorbei mussten, lossreissen möchten; ausserdem waren die Bimsensteine, die wie Hagel auf uns fielen, so gross, dass sie eine sehr unangenehme Empfindung an dem Ort, wo sie hinfielen erregten. Nachdem ich etwas Atem geschöpft hatte, hielt ich es, da die Erde noch sehr heftig erbebte, für das Ratsamste, den Berg zu verlassen und nach meinem Landhause zurückzukehren, wo ich meine Familie durch das beständige und heftige Krachen des Vulkans, das unser Haus bis auf den Grund erschütterte und die Türen und Fenster in ihren Angeln hin und her stiess, sehr beängstigend fand.
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